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Der beschwerliche Weg zum Ruhm

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Oktober 27, 2014 von Daniel

sieger-storyolympiade

Samstag, der 11. Oktober. Sechs Uhr – der Wecker klingelt. Obwohl ich weiß, was mir bevorsteht, widerstehe ich der Versuchung zurück aufs weiche Kissen zu sinken. Müdigkeit abschütteln, frühstücken, Sachen packen, rein ins Auto. Es ist noch dunkel, als die Fahrt beginnt, und sieben Stunden, 600km Autobahn, Stau und ein Heer von Mittelspurschleichern später bin ich endlich am Ziel. Dreieich.

In jenem beschaulichen Städtchen südlich von Frankfurt am Main findet Deutschlands führende Convention für phantastische Literatur statt: der Buchmesse Convent, kurz BuCon. Die Veranstaltung wartet nicht nur mit zahlreichen Verkaufsständen und etlichen Lesungen auf, sondern dient ebenso als Ort mehrerer Preisverleihungen. Neben dem Deutschen Phantastik Preis werden so auch die Sieger der Storyolympiade geehrt.

Gegen halb drei nachmittags betrete ich das Bürgerhaus und werde sogleich freundlich empfangen und durch die Räumlichkeiten geführt. Ich plaudere ein wenig mit Günter Wirtz, dem Erstplazierten der Storyolympiade, und entdecke sogar den Verkaufsstand des ohneohren-Verlags.

Um sechzehn Uhr ist es dann soweit: Die Siegerehrung beginnt. Als mein Name ausgerufen wird, stiefelt neben mir allerdings auch noch das Lampenfieber die Bühne hinauf. Etwas holprig gelingt es mir, diverse Fragen zu beantworten und in die Kameras zu lächeln. Als Dank winkt mir eine Silbermedaille, ein druckfrisches Exemplar der „Stille“-Anthologie, ein Büchergutschein – der eine Viertelstunde später umgehend eingelöst wurde – sowie Ruhm und Ehre.

Anschließend besichtige ich in Ruhe die Stände, höre mir Lesungen an. Die Zeit vergeht wie im Flug und alsbald neigt sich der Tag dem Ende. Die Abendstunden nutze ich, um einen Spaziergang durch Dreieichs Altstadt zu machen. Ich bin beeindruckt – Fachwerkhäuser, die man in eine Einkaufspassage umgewandelt hat, ohne jedoch die alte Fassade zu verunstalten, versprühen eben weitaus mehr Charme als die riesigen Konsumtempel der Großstadt.

Nach der Übernachtung im Christinenhof geht es heimwärts nach Berlin. Erneut kämpft man sich sieben Stunden lang über 600km Autobahn und durch ein Heer von Mittelspurschleichern, das alles untermalt vom ewiggleichen Gedudel aus dem Radio – angesichts der interessanten Erfahrung, einmal auf der großen Bühne zustehen, war es das jedoch wert.

Vielleicht zieht es mich in den kommenden Jahren wieder nach Dreieich. Dann jedoch wohl mit dem Zug, anstatt mit dem Auto.

 

Möge die Kreativität mit euch sein!

 


1 Kommentar

  1. Igor Schmidt sagt:

    Herzlichen Glückwunsch, immer weiter so!

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