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Steampunk Akte Deutschland: Ausschreibung des Art-Skript Phantastik Verlags

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März 17, 2014 von Daniel

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Das letzte Projekt, an dem ich gearbeitet habe, war eine Kurzgeschichte für die Ausschreibung "Steampunk Akte Deutschland" des Art-Skript Phantastik Verlags. Wie auch im vergangenen Jahr drehte sich das Thema um Steampunk. Die Bedingungen: Der Beitrag musste einen Bezug zu Deutschland haben und mindestens ein dunkles Wesen enthalten.

Mein Beitrag

Der Gehilfe des Puppenmachers

 

Meine Geschichte ist in einem fiktiven Berlin zur Jahrhundertwende angesiedelt, in deren Mittelpunkt der Puppenmacher Wilhelm Ehrhaben steht. Verbissen verfolgt dieser sein Ziel, Puppen anzufertigen, die denen seines verstorbenen Vaters ebenbürtig sind. Als er nach etlichen Misserfolgen auf eine Kreatur trifft, die über eine besondere Begabung für das Puppenbasteln verfügt, nimmt er sie gefangen und zwingt sie, für ihn zu arbeiten. Doch je besser die Puppen werden, umso höher wird der Preis, den Wilhelm zu zahlen hat.

Diesen Geschichtsverlauf entwarf ich erst im zweiten Anlauf. Ursprünglich hatte ich eine andere Ausrichtung geplant. Ebenfalls in Berlin spielend, sollte die Geschichte vom Konkurrenzkampf mehrerer Luftschiffbauer handeln. Der Maßstab war größer, der Fokus lag auf den Intrigen und Sabotageakten, die dunklen Wesen waren eher eine Randerscheinung denn bedeutende Charaktere.

Ich begann mit dem Schreiben früher als gewöhnlich, rund eineinhalb Monate vor Abgabeschluss, und hatte daher ausreichend Zeit zur Verfügung. Während sich die ersten Seiten wie von selbst geschrieben haben, habe ich jedoch bald das Interesse an der Idee verloren. Beim wiederholten Lesen gefiel mir der Text von Mal zu Mal weniger. Irgendwie hatte sich die Geschichte stückchenweise von derjenigen entfernt, die ich anfangs im Sinn gehabt hatte. Also habe ich mich kurzum entschieden, diese Version auf Eis zu legen und noch mal ganz von vorne zu beginnen.

Steampunk Akte Deutschland - Vorläufiges CoverEin neues Thema war schnell gefunden. Der Schwerpunkt lag nun auf einer persönlicheren Ebene, mit dem Vater-Sohn-Konflikt im Zentrum. Innerhalb einer Woche war die Geschichte fertig gestellt – allerdings fehlte noch etwas Feinschliff. So verwarf ich die gewählte Erzählperspektive des neutralen Erzählers und schrieb es in die Ich-Form um, um die Gedankengänge, die Verhaltensweisen des Protagonisten besser darlegen zu können. Mit der Unterstützung einiger Lektoren aus Familie und Freundeskreis fielen nach und nach letzte Tippfehler, logische Ungereimtheiten sowie verunglückte Ausdrucksformen der Korrektur zum Opfer.

Ebenso wie die vorhergehende Geschichte hatte diese sich in eine andere Richtung entwickelt als ursprünglich angedacht. Die Abweichung betraf vor allem die Kreatur, die nun eine andere Funktion einnahm. Allerdings fand ich es passend, da es die Rolle des Monsters mit all den einhergehenden Erwartungen ad absurdum führte – ebenso wie die Steampunk’sche Do-it-yourself-Mentalität.

Die Ausschreibung ist mittlerweile beendet und ich habe den Gehilfen des Puppenmachers eingereicht. Ich stehe jetzt in Konkurrenz zu 35 weiteren Kurzgeschichten. Also drückt mir die Daumen.


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